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Programmheft Köthen 2015

 

Übersichtsplan Schloss Köthen

 

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Kongress-Newsletter

Dezember 2014

  

1. Kongress-NL

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Hans Zwemke

Heilromantik oder wissenschaftliche Medizin?

Wohin entwickelt sich die Homöopathie?

Unter dem Schlagwort der „ganzheitlichen Medizin“ hat sich, stark beeinflusst durch den amerikanischen Homöopathen J.T. Kent, aber auch durch einige heutige Zeitgenossen (Vithoulkas, Sankaran, Mangialavori, Scholten), eine Art von „psychotherapeutischer Homöopathie“ entwickelt, die – um es auf eine prägnante Formel zu bringen – behauptet, der Patient müsse zunächst in der Tiefe verstanden werden. Nur so könne man „das“ heilende Mittel finden. Dabei wird vorausgesetzt, dass alle Krankheit „psychosomatisch“ sei und im Seelischen eine Grundursache habe.

 

Der Homöopath wird so zum „Psychoanalytiker“ seines Patienten, ohne dafür auch nur im Mindesten ausgebildet zu sein. Die jedoch im Vergleich damit geradezu wahnhaft anmutenden Heilvorstellungen dieser Richtung in der Homöopathie treiben den einzelnen Homöpathen geradewegs in die Resignation. Dass „der ganze Mensch“ zunächst geheilt werden müsse, damit die Krankheit verschwinde, diese Legende entstammt - das wird dabei leicht vergessen - dem religiös-fanatisierten Denken des Svedenborg-Sektierers Kent, der die Patienten zu den Schuldigen ihrer eigenen Krankheit stempelte.

 

Dem gegenüber steht die geradezu wohltuende Pragmatik Hahnemanns und Bönninghausens, aber auch das große Werk eines T.F. Allen und eines C. Hering und zahlloser anderer herausragender homöopathischer Ärzte, wie unter anderen G.H. Jahr, R. Hughes, W. Boericke, C. M. Boger, J.H. Clarke, W. Gentry, die an der wissenschaftlich betriebenen Verbesserung und Bereicherung der homöopathischen Materia Medica großen Anteil nahmen. Während Kent das schablonenhafte Denken in großem Stil in die Homöopathie einführte und mit Hilfe einer Hierarchisierung und den Geistes- und Gemütsrubriken seines Repertoriums propagierte, finden wir hier die eigentliche, originäre Homöopathie, deren Weiterentwicklung – und das ist das Anliegen dieses Vortrages – als Aufgabe aller Homöopathen begriffen werden muss. Wer auch immer glaubt, das Kapitel eines Heilmittels sei mit einer psychologischen Charakterisierung abgeschlossen, unterliegt einem fundamentalen Irrtum.

 

Hans ZwemkeDr. med. Dipl. Psych. Hans Zwemke

Arzt für Allgemeinmedizin - Homöopathie -



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