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Programmheft Köthen 2015

 

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Dezember 2014

  

1. Kongress-NL

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Eckart Ruschmann

Das Prinzip „Lebenskraft“ – philosophisch betrachtet

„Der materielle Organismus, ohne Lebenskraft gedacht, ist keiner Selbsterhaltung fähig, nur das immaterielle, den materiellen Organismus im gesunden und kranken Zustand belebende Wesen (das Lebensprinzip, die Lebenskraft) bewirkt seine Lebensverrichtungen“ – so formuliert es Samuel Hahnemann in seinem „Organon der Heilkunst“ (§ 10), und diese Grundannahme bildet die Basis für das von ihm beschriebene Wirken des homöopathischen Prinzips der „Heilkunst“.

Heute ist auch für manche Vertreter der Homöopathie das Konzept der Lebenskraft kaum noch angemessen zu verstehen und entsprechend zu vertreten, für die Gegner ist es ein Relikt aus vorwissenschaftlicher Zeit. Dabei steht Hahnemann in einer langen, wenngleich wechselhaften Tradition von Theorien zur Lebenskraft, von der Antike bis in unsere Zeit.

 

Philosophisch gesehen stellen Theorien, die von einer Lebenskraft als „organisierendem Prinzip“ ausgehen, eine ontologische Alternative zu einem naturalistisch-materialistischen Welt- und Menschenbild dar, das heute in vielen Wissenschaften zur dominanten Weltanschauung geworden ist.

Deren Vertreter vergessen jedoch meist, dass auch dieser Konzeption philosophische, metaphysische Annahmen zugrunde liegen, die durch empirische Gegebenheiten nicht gestützt werden können – es ist eine Hintergrundannahme, die zur Deutung der Phänomene dient und damit zugleich bestimmte Aspekte hervorhebt bzw. vernachlässigt.

Im neueren philosophischen Diskurs gibt es nun deutliche Hinweise dafür, dass das „Programm“ des Naturalismus gescheitert ist. Damit tritt das Leib-Seele-Problem in eine neue Phase, angebliche Selbstverständlichkeiten erweisen sich zunehmend als fragwürdig.

 

Der Vortrag möchte mit konkreten Beispielen (auch aus östlichen philosophischen Traditionen) aufzeigen, dass das Konzept einer Lebenskraft zu allen Zeiten und in vielen Kulturen einen wichtigen Bestandteil des Welt- und Menschenbildes dargestellt hat und bis heute darstellt. Es soll aus einer philosophischen, erkenntnistheoretischen Perspektive dazu ermuntert werden, das „Prinzip Lebenskraft“ als ontologische Größe wieder auf neue Weise ernst zu nehmen - es liefert eine gewichtige Alternativ-Theorie zu reduktionistisch-naturalistischen Konzeptionen, die gerade auch in der Medizin heute dominieren.

 

    

Univ.-Doz. Dr. Eckart Ruschmann, Dipl.-Psych. (Bregenz, Österreich)

  • Eckhart RuschmannStudium der Philosophie, Indologie und Psychologie.
  • Seit 1976 Berater und Ausbilder für Beratung.
  • 2002 Habilitation für Philosophie an der Universität Klagenfurt mit einer Arbeit über „Philosophische Beratung“.
  • Lehrtätigkeit an Fachhochschulen und Universitäten.
  • Philosophischer Berater und personzentrierter Psychotherapeut.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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